Einer ihrer Freunde sagte mal, dass ihre Aura in etwa der des Mondes entspreche. Sie war sich in dieser Nacht nicht sicher, ob er nun doch schon etwas zu viel von diesem kostbaren Wein aus dem Burgund getrunken hatte; doch ehe sie diesen Gedanken ausführen konnte, fügte er hinzu:

„Es ist wie in einer dieser Nächte, in denen du dich eins mit deiner Umwelt fühlst und all diese Eindrücke auf deine Sinne prasseln: Du hörst, wie deine Sohlen über den Asphalt schlürfen und all die kleinen Kiesel vor deinen Füssen fortrollen, während du all die kleinen nachtaktiven Tiere in deiner Umgebung wahrnehmen kannst, wie sie vor dir flüchten, sich verstecken und auf einmal vollkommene Ruhe herrscht. Du bleibst kurz stehen. Die Kälte der Nacht umgibt deinen nur von einem T-Shirt bekleideten Oberkörper und du spürst, wie sich die Haare auf deinen Armen langsam aufstellen.
Dein Blick wandert umher, bis dich der Vollmond in seinen Bann gezogen hat. Er ist nicht wie die Sonne, die du nicht mit bloßen Auge betrachten kannst. Er ist auch nicht wie all die anderen Sonnen des Universums, die als kleine Sterne an unserem Firmament zu sehen sind und durchaus auch eine faszinierende Wirkung auf unseren Geist haben. Der Mond ist anders. Er reflektiert das Licht der Sonne und nimmt die Finsternis der Nacht – nicht strahlend oder blendend, vielmehr hell leuchtend und versetzt uns, wenn wir uns denn darauf einlassen, in eine Art Trancezustand. Obwohl du nun langsamen Schrittes weiter wanderst, kannst du deinen Blick nicht von ihm lassen. Er hat dich vollkommen gefesselt mit seinen Kratern und dieser unbeschreiblichen Aura.“

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