PAPA, ICH BIN IM INTERNET!

Kopfüber hänge ich mit ’nem Kumpel in der blauen Tonne. Einschlafende Arme. Wühlende Finger. Die Füße in der Luft. Schwebend. Balancierend. Der Rand der Tonne drückt sich gegen die Brust. Schmerzverzerrtes Gesicht. Altpapierkontrolle? Eher nicht. Beharrlich wird gesucht, was Begierden stillt. Hochroter Kopf. Immer noch nichts gefunden! Macht nix, sondern macht es spannend.

Nachbar Lüders entsorgt hier immer seine schmutzigen Magazine. Warum eigentlich „schmutzig“? Schmutzige Schnute? Abwaschen! Schmutzige Hose? Waschen! Wir waschen keine schmutzigen Magazine. Wir durchblättern sie. Nicht gierig. Neugierig!

Und heute? Ein Vater will seinem Sohn ein Playboy-Abo schenken. Der Sohn lacht herrlich herzlich. Breiter Mund. Weiße Zähne. Der Vater versteht die Welt grad‘ nicht. Man gibt kein Geld mehr aus, um Menschen so zu sehen, wie man sie sehen möchte. Es fängt an beliebig zu werden. Instagram und Snapchat. Nackte Haut. Possierliche Posen. Hoffentlich viele Likes und Follower. Die Grenze zwischen Währung und Wahn verschwimmt. Der Pressemarkt ertrinkt und der Vater hat eines festgestellt:
Lieber Nichtschwimmer.

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